Grafik
Grafik

Sommerhitze

Tiere können, genau wie der Mensch, einen Hitzschlag erleiden, vor allem, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, ihrem Instinkt zu folgen und nach Belieben kühle und schattige Plätze aufzusuchen. Ein Hitzschlag kann tödlich enden und ist ein absoluter Notfall, der sofortiges Eingreifen erfordert, am besten ist es aber natürlich, ihn von vornherein zu vermeiden. Dies ist in fast allen Fällen mit etwas Bedachtsamkeit und gesundem Menschenverstand möglich!

Dass entsprechende Not- und auch Todesfälle dennoch jedes Jahr wiederkehren, ist vor allem auf Gedankenlosigkeit oder Vergesslichkeit zurückzuführen.

Ab einer bestimmten Umgebungstemperatur reichen alle Mechanismen des körpereigenen Thermoregulationssystems nicht mehr aus, um die Körpertemperatur in den normalen Bereich ›nach unten zu kühlen‹. Dies ist stark abhängig von weiteren Faktoren wie Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation. Es kommt zu einem Hirnödem, zusammen mit einem Anstieg der Körpertemperatur, und hier treten bereits bei 42-43°C irreversible Schäden auf. Die Sonneneinstrahlung spielt natürlich ebenfalls eine Rolle. Besonders übermäßige Sonnenbestrahlung auf Kopf und Nacken führt zu einer zu starken Durchblutung im Gehirn und somit zu einem Sonnenstich, welcher gewissermaßen ein auf das Gehirn begrenzter Hitzschlag ist. Meist ist er harmloser als ein Hitzschlag, aber auch ein Sonnenstich kann im Extremfall tödlich enden.

Man weiß es ja eigentlich: Der traurige ›Klassiker‹ ist das Innere des geparkten Fahrzeugs. Auch wenn um diese Jahreszeit einschlägige Warnungen allerorten zu lesen sind, man kann es gar nicht oft genug wiederholen: ein geschlossenes Auto wird im Sommer oft zur Todesfalle, ein spaltbreites (oder auch etwas weiteres) Öffnen von Fenstern/Schiebedach kann dies nicht verhindern! Die Zeit, in der sich das Innere eines abgestellten Autos aufheizt ist kürzer als man denkt! Die Sonne wandert, und ein im Schatten abgestelltes Auto kann eine Stunde später in der prallen Sonne stehen. Dieser Gefahr sind vor allem Hunde ausgesetzt (sehen Sie einen solchen mit verdächtigen Anzeichen allein in einem abgestellten Auto, rufen Sie die Polizei). Aber auch andere Tiere in Transportbehältern/Fahrzeugen sind natürlich gefährdet.

Im Gegensatz zum Menschen haben Hunde (und auch Katzen) außer an den Fußsohlen sehr wenige Schweißdrüsen, sie können ihre Körpertemperatur also kaum durch Schwitzen regulieren, sondern tun dies hauptsächlich durch Hecheln. Hierbei verdunsten übrigens große Flüssigkeitsmengen, die ständige Bereitstellung von genügend Trinkwasser ist also im Sommer besonders wichtig. Längeres Anleinen in der prallen Sonne und große körperliche Belastungen sind ebenfalls gefährlich. Bei Katzen sind vor allem die langhaarigen Vertreter gefährdet.

Kaninchen und Meerschweinchen können ebenfalls nicht schwitzen. Gefährdet sind sie in schlecht belüfteten Ställen/Gehegen, besonders aber in Gehegen und Ausläufen, die in der prallen Sonne stehen. Gut gemeinte Schattenplätze wie Häuschen, aufgehängte Tücher oder umgedrehte Kartons können als Hitzefallen wirken und sind nicht gleichwertig mit dem Schatten eines Gebäudes oder Baumes.

Anzeichen

für einen Hitzschlag sind zu Beginn oft Unruhe und Ängstlichkeit, das Tier versucht, einen kühleren Platz zu finden. Die Atmung wird angestrengt (bei Hund und Katze hechelnd), zum Teil mit vorgestrecktem Kopf. Dann kommt es zu zunehmender Teilnahmslosigkeit und Taumeln bis hin zu Zusammenbruch und Seitenlage. Durch die Verteilung des Blutes zur Peripherie hin (oberflächennahe Bereiche) kommt es zu einer Mangeldurchblutung der inneren Organe und so zu einem Schockgeschehen. Die Körpertemperatur (Rektaltemperatur) ist erhöht.

Sofortige Gegenmaßnahmen

Ein Hitzschlag ist ein Notfall, der innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen kann. Es müssen umgehend Maßnahmen zur Senkung der Körpertemperatur des Patienten getroffen werden und er muss in ärztliche Behandlung! Er wird an einen kühlen Ort gebracht und dann selbst gekühlt. Dies geschieht am besten mit fließendem Wasser, beginnend an den Gliedmaßen/Pfoten, dann im Bauch- und Brustbereich und schließlich am Kopf. Dennoch ist beim Kühlen auch Vorsicht geboten! Ein plötzliches Eintauchen in kaltes Wasser verbietet sich von selbst, und auch beim zu schnellem Kühlen bzw. zu kaltem Wasser besteht Schockgefahr! Die Körpertemperatur sollte häufig (ca. alle 3 Minuten) gemessen werden. Ist sie im normalen Bereich angekommen, muss mit dem Kühlen sofort aufgehört werden. Zusätzliches Massieren kann hilfreich sein, um den Kreislauf anzuregen.

Bei Katzen und Kleintieren hat sich anstatt fließendes Wasser eher das Einwickeln in angefeuchtete Tücher bewährt, aber auch diese sollten immer wieder entfernt und dann erneuert werden, die Methode kann aber auch bei Hunden angewendet werden. Benutzt man Kühlbeutel oder Eisbeutel, müssen diese ebenfalls in Tücher eingewickelt werden, bei direktem Körperkontakt besteht Erfrierungsgefahr. Kann das Tier trinken, wird in kleinen Mengen wiederholt Wasser angeboten, von einem zwangsweisen Einflößen sollte man allerdings absehen.

Vorbeugung

Neben den schon angesprochenen Maßnahmen (gut belüftete Ställe, Schattenplätze, ausreichend Trinkwasser) kann man den Tieren weitere Erleichterung schaffen. Kaninchen und Meerschweinchen kann man mit Eiswürfeln gefüllte Glasflaschen ins Gehege legen, welche aber unbedingt eingewickelt sein müssen, um direkten Kontakt zu vermeiden. Kühlakkus dürfen wegen der Gefahr des Annagens nicht direkt zugänglich sein, aber z.B. kann man einen kühlen Liegeplatz schaffen, indem man sie mit einem großen, umgedrehten und mit einem Tuch abgedeckten Blumenuntersetzer bedeckt. Auch Fliesen oder Kacheln werden als Liegeplatz gern angenommen. Angefeuchtete Tücher im oder über einem Teil des Geheges können etwas Verdunstungskälte schaffen, dürfen aber keinesfalls die Luftzirkulation behindern.

Die meisten Hunde (und sogar einige Katzen) nehmen sehr gern die Möglichkeit wahr zu baden. Bei Hunden mit langem oder sehr dichtem Fell, vor allem nordischen Hunden, die sehr unter der Hitze leiden, kann man in der warmen Jahreszeit durchaus ein Scheren bzw. Kürzen des Felles in Erwägung ziehen (nicht zu spät im Sommer, damit der Pelz bis zum Winter wieder nachgewachsen ist). Diesbezügliche Erfahrungsberichte von Hundehaltern sind fast durchweg positiv (in dem Sinne, dass sie erst nach dem Scheren an ihrem viel agileren Hund gemerkt haben, wie sehr ihm die Hitze zuvor zu schaffen gemacht hat.)

Auch Großtiere können an extrem warmen bzw. feuchtwarmen Tagen einen Hitzschlag erleiden. Koppeln ohne jeden Schattenplatz, abgestellte Transportanhänger, schlecht belüftete Ställe mit hoher Luftfeuchtigkeit, zu wenig Trinkwasser oder auch starke Anstrengung (Pferde) sind hier Risikofaktoren.

Nicht lebensgefährlich, aber auch schmerzhaft ist ein Sonnenbrand, der bei allen Tieren an spärlich bzw. unbehaarten und unpigmentierten Körperteilen auftreten kann.

Eine weitere Gefahr in der warmen Jahreszeit ist der Befall mit Fliegenmaden (s. entsprechender Artikel unter ›Heimtiere‹).

Kontakt

Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
Dr. Isabel Göpner & Dr. Silke Schroth
Kröbelstraße 11
04317 Leipzig  (Stadtteil Reudnitz-Thonberg)

Telefon:0341 – 22 54 153
Fax:0341 – 22 54 156
E-Mail: kontakt@hund-katze-maus.net

Sprechzeiten

Montag: 09.00 – 12.00 & 15.00 – 20.00 Uhr
Dienstag: 09.00 – 12.00 & 15.00 – 18.00 Uhr
Mittwoch: 09.00 – 12.00 & 15.00 – 20.00 Uhr
Donnerstag: 09.00 – 12.00 & 15.00 – 18.00 Uhr
Freitag: 09.00 – 12.00 & 15.00 – 18.00 Uhr
Samstag: 09.00 – 12.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Wichtig

Alle auf dieser Website befindlichen Informationen über Symptome, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen dienen der ergänzenden Information unserer Tierbesitzer. Sie sollen keinesfalls eine Anleitung zur Eigendiagnose und -behandlung darstellen und ersetzen NICHT die fachkundige Untersuchung und Behandlung, also den Besuch beim Tierarzt.