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Schilddrüsenüberfunktion

Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) der Katze ist aus noch nicht geklärten Gründen seit einigen Jahren im Zunehmen begriffen und mittlerweile die häufigste hormonelle Erkrankung. Als Ursachen werden Umwelteinflüsse in Betracht gezogen, aber auch Haltungsbedingungen, Futterinhaltsstoffe (zuviel oder zuwenig Jod?), chemische Substanzen im Mobiliar, Veranlagung… Man sieht schon: niemand weiß es bisher wirklich, leider. Bei dieser Erkrankung der Katze vergrößert sich die Schilddrüse, meist durch ein Adenom (gutartiger Tumor, bösartige sind bei der Katze selten) und produziert zu viele Schilddrüsenhormone (Trijodthyronin, Thyroxin).

Schildrüsenhormone sind, im richtigen Maße natürlich, lebensnotwendig, denn sie regulieren eine Vielzahl von Vorgängen im Körper. Sie wirken auf Herz und Kreislauf, den Stoffwechsel (Energieverbrauch, Zucker- und Fettstoffwechsel), die Darmmotorik, die Funktion der Schweiß- und Talgdrüsen in der Haut, das Wachstum, die Zellentwicklung u.a. Somit wird verständlich, dass ein ›Zuviel‹ an Schilddrüsenhormonen ebenso schwerwiegend ist wie ein ›Zuwenig‹.

Der typische Katzenpatient mit Schilddrüsen-Überfunktion ist älter als 8-12 Jahre, hat einen guten bis krankhaft gesteigerten Appetit, verliert aber dennoch immer weiter an Körpergewicht. Viele dieser Tiere, die früher oft ›gut beieinander‹ waren, wiegen bei der Erstvorstellung in der Praxis nur noch 2,5-3kg. Typisch ist auch eine Verhaltens- und Wesenveränderung im Sinne von größerer Lebhaftigkeit, Unruhe, Hyperaktivität, bis hin zur Aggressivität. Die Körpertemperatur liegt im oberen Normalbereich oder darüber, meist zwischen 39,0 und 39,6°C (normal sind 38-39°C), manchmal fällt auf, dass die Tiere kühle Ruheplätze suchen. Auch die Herzfrequenz ist oft beschleunigt, soweit, dass sogar Schädigungen am Herzen auftreten können. Eine Reihe der erkrankten Katzen trinkt vermehrt und/oder hat Durchfall, evtl. auch Erbrechen. Fellveränderungen und eine gelbliche Verfärbung der Schleimhäute sind ebenfalls möglich.

Dies alles ist begründet durch den ‚auf Hochtouren’ laufenden Stoffwechsel. Nicht immer sind alle typischen Symptome vereint, und einige können auch Anzeichen anderer Alterserkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen sein. Deshalb ist zur Diagnosestellung immer eine Blutuntersuchung erforderlich. Ergänzend ist im Ultraschall oft die Vergrößerung der Schilddrüse nachweisbar. Unterfunktionen kommen, im Gegensatz zum Hund, kaum vor.

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung, den Laborwerten und den jeweils vorhandenen Möglichkeiten.

  • Die am häufigsten angewandte Therapie besteht in der (lebenslangen) Gabe von Medikamenten (Thyreostatika), die die Schilddrüsenfunktion hemmen. Ein Großteil der Patienten lässt sich so sehr gut behandeln, es gibt aber bei einigen Tieren, besonders wo hohe Dosierungen nötig sind, auch schlechte Verträglichkeit bzw. Nebenwirkungen.
  • Auch die operative Entfernung von Schilddrüsengewebe ist mit einigen Unsicherheiten behaftet. Zum einen haben die erkrankten Katzen oft ein etwas höheres Narkoserisiko, zum anderen besteht die Möglichkeit, dass zuviel Gewebe entfernt wird (mit nach folgender Unterfunktion) oder sich über eine gewisse Zeit nach der OP vom restlichen Gewebe aus wieder eine Überfunktion einstellt.
  • Die effektivste Behandlung ist die Radio-Iod-Therapie. Da sie jedoch die Verabreichung einer radioaktiven Substanz beinhaltet, sind aufgrund der Gesetzeslage (Strahlenschutzverordnung) nur sehr wenige Tierkliniken in der Lage, sie anzubieten. Auch muss aus dem gleichen Grunde die Katze für längere Zeit in der Klinik verbleiben. Im allgemeinen reicht die einmalige Behandlung und es sind danach auch keine Medikamentengaben erforderlich, so dass bei dieser Therapie eine sehr gute Chance auf Heilung besteht.

Bei der medikamentellen Therapie sind zur Dosiseinstellung in der Anfangszeit Blutwert-Kontrollen im Abstand von ca. 3 Wochen notwendig, sowie (bei allen drei Behandlungsformen) eine Überwachung nicht nur der Schilddrüsen- sondern auch der Leber- und Nierenwerte. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann eine möglicherweise bestehende Nierenerkrankung maskieren (verschleiern). Sichtbar wird diese dann erst, wenn sich mit der Behandlung der Schilddrüse der Stoffwechsel wieder normalisiert.

Unbehandelt führt eine Schilddrüsenüberfunktion früher oder später zum Tod der Katze, während sie bei erfolgreicher Therapie bzw. guter Verträglichkeit der Medikamente durchaus ihre normale Lebenserwartung erreichen kann.

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Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
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Alle auf dieser Website befindlichen Informationen über Symptome, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen dienen der ergänzenden Information unserer Tierbesitzer. Sie sollen keinesfalls eine Anleitung zur Eigendiagnose und -behandlung darstellen und ersetzen NICHT die fachkundige Untersuchung und Behandlung, also den Besuch beim Tierarzt.