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RHD (Chinaseuche)

Eine gefährliche Infektionskrankheit des Kaninchens ist die in den 80er Jahren aus China nach Europa eingeschleppte sog. »Chinaseuche«. Sie trägt den wissenschaftlichen Namen RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease = Hämorrhagische Erkrankung des Kaninchens), da das Hauptsymptom, welches durch das Virus ausgelöst wird, eine schwere Störung der Blutgerinnung ist.

Auftreten

Die Krankheit ist mittlerweile seit vielen Jahren in Deutschland heimisch und tritt vor allem im Frühjahr und (Früh-)sommer gehäuft auf, auch wenn Erkrankungsfälle das ganze Jahr über vorkommen können. Betroffen sind Kaninchen beiderlei Geschlechts. Jungtiere in den ersten 3-4 Lebenswochen scheinen nicht zu erkranken, und wenn das Muttertier geimpft ist, wird während der Säugezeit ein Schutz über die Muttermilch gewährleistet. Auch Tiere in Wohnungshaltung sind gefährdet, wenn auch offenbar nicht ganz in dem Maße wie Kaninchen im Außenstall.

Übertragung

Das verantwortliche Calicivirus ist sehr widerstandsfähig und überdauert in der Umwelt mehrere Monate. So ist nicht nur eine direkte Übertragung von Tier zu Tier möglich, sondern die große, weil kaum kontrollierbare Gefahr geht von der indirekten Übertragung aus (über Futter, Gegenstände, Kleidung usw.), selbst Insekten sind wahrscheinlich beteiligt. So ist eine Übertragung selbst durch gute Hygiene und das Fernhalten fremder Personen vom Kaninchenbestand nicht zu verhindern. 

Verlauf und Symptome

Die Inkubationszeit (Zeitpunkt von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) ist sehr kurz und beträgt weniger als 4 Tage. Die Sterberate (Mortalität) ist sehr hoch und liegt bei fast allen Seuchenzügen zwischen 80 und 100%.

Beim akuten Verlauf entwickeln die Tiere (relativ unspezifische) Symptome, wie Apathie und Appetitlosigkeit, meist auch Blutungen auf den Schleimhäuten und Atemnot, gelegentlich blutigen Durchfall.

Der perakute Verlauf ist noch schneller, manchmal sterben die Tiere innerhalb weniger Stunden, gelegentlich so rasch, dass der Besitzer gar keine Symptome bemerkt, sondern nur die verstorbenen Tiere vorfindet. Diese können (evtl. blutigen) Schaum bzw. Ausfluss vor Nase und Maul haben. Auch das Auftreten von Krämpfen ist möglich, die dann oft mit einem nach hinten gebogenen Kopf einhergehen.

Eine mildere Verlaufsform, bei der das erkrankte Tier überlebt, kommt sehr selten vor.

Behandlung und Vorbeugung (Impfung)

Es gibt keine wirksame Behandlung gegen RHD, der einzig wirksame Schutz ist die Impfung.

Diese kann ab der 7. Lebenswoche erfolgen, der Impfschutz besteht ca. 12 Monate. Vor allem wenn das Muttertier geimpft ist, sollten die Jungen erst nach dem Absetzen geimpft werden, da die Zufuhr von Antikörpern über die Muttermilch die Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes behindert (dies gilt generell für die meisten Impfungen). Wichtig ist, dass die Tiere zum Impfzeitpunkt gesund sind. Dies gilt vor allem für Jungtiere, die im Absetzalter ja vor allem durch Kokzidiose gefährdet und manchmal schon geschwächt sind. Am besten ist folgender Zeitplan einzuhalten: Absetzen vom Muttertier mit 7-8 Wochen und nach einer Woche der Trennung dann die Impfung, gegebenenfalls nach einer Kokzidienbehandlung oder –prophylaxe. In besonders gefährdeten Gebieten ist eine zweite Impfung im Abstand von ca. 4 Wochen angeraten, um eine belastbare Grundimmunisierung zu erzielen.

Eine zeitgleiche Kombination mit der Impfung gegen Myxomatose ist möglich und sinnvoll, eine eventuelle Impfung gegen Kaninchenschnupfen hingegen sollte frühestens in einem Abstand von 2 Wochen erfolgen.

Die Ausbildung des Impfschutzes nach der Impfung dauert ca. 7-10 Tage. Man muss sich also darüber im Klaren sein, dass die Impfung fast immer zu spät kommt, wenn in der Nachbarschaft oder gar im eigenen Bestand bereits Tiere erkrankt sind.

 

Kontakt

Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
Dr. Isabel Göpner & Dr. Silke Schroth
Kröbelstraße 11
04317 Leipzig  (Stadtteil Reudnitz-Thonberg)

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Fax:0341 – 22 54 156
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sowie nach Vereinbarung

Wichtig

Alle auf dieser Website befindlichen Informationen über Symptome, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen dienen der ergänzenden Information unserer Tierbesitzer. Sie sollen keinesfalls eine Anleitung zur Eigendiagnose und -behandlung darstellen und ersetzen NICHT die fachkundige Untersuchung und Behandlung, also den Besuch beim Tierarzt.