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Myxomatose

Der letzte massive Ausbruch der Myxomatose liegt noch nicht lange zurück: im Herbst 2010. Er hat in vielen Kaninchenbeständen hohe Verluste gefordert, und zwar nicht nur in ländlichen Gegenden, sondern auch im Stadtgebiet Leipzig traten Fälle auf .

Myxomatose (Kaninchenpest) ist eine seuchenhaft auftretende Infektionskrankheit (der Erreger gehört zur Gruppe der Pockenviren), welche Wild- und Hauskaninchen befällt. Feldhasen sind kaum empfänglich, andere Tierarten und der Mensch gar nicht.

Das Auftreten dieser Erkrankung schwankt stark von Jahr zu Jahr, ist aber unserer Beobachtung nach allgemein im Zunehmen begriffen. Dass richtige ‚Myomatose-Jahre’ sich lediglich alle 3-4 Jahre wiederholen, scheint keine starre Regel mehr zu sein. Der Beginn der Erkrankungswelle liegt meist im Spätsommer, kann aber auch zu allen (!) anderen Jahreszeiten auftreten.

Die Übertragung

erfolgt hauptsächlich über stechende Insekten und Parasiten (Mücken, Kriebelmücken, Kaninchenflöhe, wahrscheinlich auch Milben usw.). Aber während man dies noch vor einigen Jahren als alleinige Übertragungsart ansah, gilt die Möglichkeit einer Ansteckung von Tier zu Tier jetzt als relativ gesichert, und auch eine Übertragung durch Fliegen, Futter, und Kaninchen-Mensch-Kaninchen-Kontakte ist nicht auszuschließen. Im letzten Jahr hatte der feuchte Spätsommer mit seinen Idealbedingungen für Insekten sicher einen großen Anteil am Ausbruch der Myxomatose, aber in einigen Bundesländern fanden auch Myxomatose-Ausbrüche mitten im Winter und bei Dauerfrost statt. Auch dies spricht für weitere Übertragungswege neben stechenden Insekten.

Die Inkubationszeit beträgt 3-10 Tage.

Die Symptome

können variieren. Bei der akuten Form, welche bei weitem am häufigsten auftritt, stehen Schwellungen und Entzündungen der Bindehäute (Auge), des Maul- und Genitalbereiches, sowie der gesamten Kopf- und Ohrenregion im Vordergrund. Eitriger Augenausfluß und Fieber kommen hinzu, bis hin zu Ödemen (Flüssigkeitseinlagerungen) am ganzen Körper. Das zu Beginn meist noch gute Befinden der Tiere und ihr Appetit verschlechtern sich dann meist in der zweiten Erkrankungswoche rapide, manchmal auch schon eher. Die Sterblichkeitsrate ist abhängig vom Virenstamm und auch der Zeitdauer der Seuche insgesamt. Die Dramatik des Erkrankungsverlaufes schwächt sich im Verlaufe des Seuchenzuges ab und die Heilungschancen steigen etwas. Deshalb wird die Sterblichkeitsrate mit 20-100% beziffert, Fakt ist aber, dass die Erkrankung für die allermeisten Tiere mit dem Tod endet.

Die Genesungschancen stehen bei der chronischen Form ein wenig besser als bei der akuten. Der Erkrankungsverlauf ist etwas langsamer und weniger dramatisch, und es stehen Pustel- und Knötchenbildung, vor allem im Kopfbereich im Vordergrund.

Eine Behandlung

kann nicht ursächlich, sondern nur symptomatisch erfolgen, um die Beschwerden zu lindern und den Körper in seinen Abwehrreaktionen zu unterstützen. Bei einem abgeschwächten Krankheitsverlauf besteht damit eine gewisse, sehr beschränkte Aussicht auf Erfolg. Zu den Maßnahmen gehören: Antibiotika zum Schutz vor Sekundärinfektionen, Stärkung des Immunsystems, das Auswaschen der Augen und zur Linderung die Verabreichung von Augensalbe, gegebenenfalls Zwangsernährung. Ab einem bestimmten Punkt der Erkrankung ist es jedoch oft schon aus Tierschutzgründen angezeigt, die Tiere einzuschläfern. Übrigens auch aus seuchenhygienischer Sicht, vor allem, wenn keine Möglichkeit besteht, die erkrankten Tiere wirksam zu separieren, d.h. in Innenräumen unterzubringen oder anderweitig den Anflug von Insekten und damit die Verbreitung der Krankheit auf weitere Tiere zu verhindern. Wichtig: Auch genesene Tiere sind noch monatelang eine Infektionsquelle (Dauerausscheider). Auch entwickeln sie keine lebenslange Immunität, sondern können später erneut erkranken.

Die vorbeugende Impfung

ist die einzige wirklich wirksame Schutzmaßnahme, zusammen mit Hygiene und Insektenbekämpfung. Heimkaninchen in reiner Wohnungshaltung sind seltener betroffen, aber auch unter ihnen gibt es während eines Seuchenzuges Erkrankungsfälle. Der Impfschutz hält 6-9 Monate an, deshalb ist eine halbjährliche Impfung notwendig, sinnvollerweise im Frühjahr und Spätsommer, denn oft gibt es bis in den Oktober und November hinein Insekten, und dann läßt der Schutz durch die Frühjahrsimpfung bereits nach. Darüber hinaus sind ja, wie oben erwähnt, neben dieser hauptsächlichen Übertragungsart auch weitere möglich.

Besonders in gefährdeten Gebieten sollte die Grundimmunisierung (Erstimpfung) unbedingt zweimal erfolgen, im Abstand von ca. 4 Wochen. Sehr wichtig ist, dass die Tiere zum Impfzeitpunkt gesund sind, um einen guten Schutz auszubilden (bei Jungtieren muß hier ein besonderes Augenmerk auf der Kokzidiose liegen). Wie für die meisten Impfungen gilt auch hier: Während der Zufuhr von Antikörpern über die Muttermilch (also bei geimpftem Muttertier) ist die Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes behindert Die Jungen sollten also erst einige Tage nach dem Absetzen geimpft werden. Unter Beachtung dieser Tatsache ist eine Impfung ab der 7. Lebenswoche möglich, auch in Kombination mit der Impfung gegen RHD (Chinaseuche).

Die Ausbildung des Impfschutzes nach der Impfung dauert ca. 7-10 Tage.

Zur Impfung noch eine Anmerkung: Es gibt keine Impfung, nach welcher 100% aller Impflinge einen ausreichenden Impfschutz aufbauen, also einen Impfschutz, der unter allen Umständen auch einem hohen Infektionsdruck standhält. Für die Myxomatose-Impfung liegt die Angabe für unzureichend reagierende Impflinge bei 10-30%. In seltenen Fällen kann es also auch bei geimpften Kaninchen zu einer Erkrankung kommen, die dann jedoch meist in deutlich abgeschwächter Form verläuft und in einer Genesung endet.

Kontakt

Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
Dr. Isabel Göpner & Dr. Silke Schroth
Kröbelstraße 11
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Alle auf dieser Website befindlichen Informationen über Symptome, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen dienen der ergänzenden Information unserer Tierbesitzer. Sie sollen keinesfalls eine Anleitung zur Eigendiagnose und -behandlung darstellen und ersetzen NICHT die fachkundige Untersuchung und Behandlung, also den Besuch beim Tierarzt.