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Angst beim Tierarzt

Wer geht schon gern zum Arzt? Wir selbst nicht, und unsere Tiere ebenso wenig, vor allem, da man ihnen die Notwendigkeit schlecht erklären und an ihre Vernunft kaum appellieren kann. Mit ein bisschen Training und der Beherzigung von einigen Verhaltensregeln lässt sich das Ganze jedoch für alle Beteiligten oft erheblich entspannen. Dabei gibt es schon einige deutliche Unterschiede zwischen Hunden und Katzen, deshalb wird auf beide hier getrennt eingegangen.

Der erste Eindruck… ist oft ein bleibender. Deshalb empfiehlt es sich, den ersten Tierarztbesuch eines Welpen möglichst stress-, angst- und schmerzfrei zu gestalten - alle weiteren nach Möglichkeit natürlich auch, aber frühe Erfahrungen sind natürlich besonders prägend.

Vielleicht lässt es sich sogar so einrichten, auf einem Spaziergang mit dem jungen Hund ab und zu in der Tierarztpraxis vorbeizuschauen, ganz ohne medizinisches Anliegen. Tierarzt und Praxispersonal freuen sich sicher darüber. Man kann den Hund ein wenig im Wartezimmer schnuppern lassen, ihn vielleicht auf die Waage stellen, und das ganze Ereignis mit besonders beliebten Leckerli versüßen, die übrigens auch in fast jeder Tierarztpraxis vorrätig sind. Tut man dies mehrmals, wird der Hund mit der ›Einkehr‹ in der Praxis, und auch mit den dort anwesenden Menschen bald Angenehmes verbinden. Beachten sollte man, dass der Welpe aber für solche Besuche bereits einen gewissen Impfschutz haben sollte (Welpenschutzimpfung, Erstimpfung).

Auch mit dem Behandlungstisch muss das Tier keine Horrorvorstellungen verknüpfen. Bereits zu Hause kann man in Ruhe ab und zu folgendes üben: Struppi auf einen Tisch setzen und dort (natürlich auch zu ebener Erde) ihm ganz ungezwungen einmal in den Fang und in die Ohren sehen, vielleicht sogar einmal Temperatur messen. Der Welpe und Junghund lernt so diese Berührungen als etwas Selbstverständliches kennen, wovor man keine Angst haben muss und es erleichtert dem Besitzer selbst auch den Umgang mit dem Tier, denn auch er wird noch oft in die Lage kommen, wo er seinem Hund einmal die Ohren reinigen, den Fang kontrollieren, eine Zecke entfernen oder eine Pfote untersuchen möchte.

Dem Hund darf es möglichst nicht gelingen, sich diesen Übungen (oder auch Ernstfällen) durch Widersetzlichkeit zu entziehen, um keinen Lerneffekt aus einem solchen Erfolg zu ziehen. Wichtig ist ein ruhiges, sehr bestimmtes, aber auch entspanntes Verhalten aller beteiligten Menschen, denn wie allgemein bekannt, überträgt sich die Stimmung vor allem vertrauter Personen sofort auf das Tier und es schrillen alle Alarmglocken, wenn sich der ›Rudelführer‹ plötzlich ängstlich, hysterisch oder grob verhält. Dann wird auch der Hund die Situation zwangsläufig als gefährlich und unberechenbar einstufen. Wie schon gesagt darf ein unerwünschtes Verhalten des Patienten, wie übersteigerte Angst oder Abwehr nicht zum Erfolg führen. Es sollte auch nicht durch übermäßiges Beruhigen, Bemitleiden oder Belohnen verstärkt werden, sondern es wird nach Möglichkeit ignoriert. Etwas Feingefühl ist hierzu schon nötig, denn auch derbes Strafen ist falsch und steigert die Angst. Mit Lohn und Lob wird sofort alles Verhalten des Hundes bedacht, welches erwünscht ist, nämlich alles was man – mit ein wenig vermenschlichten Begriffen vielleicht – als Kooperation, Duldsamkeit und Tapferkeit umschreiben kann. Bei einem sich aufregenden Tier ist ein Heruntersetzen vom Tisch, um Pause zu machen meist nicht sinnvoll, das ›Theater‹ steigert sich dann meist nur bei jedem neuen Anlauf. Stattdessen ist man bestrebt, Untersuchung und Behandlung ruhig, behutsam, aber auch konsequent (und damit letztendlich auch zügig) zu Ende zu führen. Zwar ist manchem Patienten nach überstandener Prozedur so der Appetit (und die Laune) verhagelt, dass er kein Leckerli annimmt, versuchen sollte man es auf jeden Fall. Positiv wirkt sich in vielen Fällen auch aus, wenn er vor und nach der Behandlung die Möglichkeit hat, frei im Behandlungsraum herumzulaufen und diesen zu erkunden.

In Situationen, in denen Untersuchung und Behandlung für den Patienten krankheits- oder verletzungsbedingt mit zu großen Schmerzen verbunden sind oder die Angst panikartige Zustände erreicht, kann eine Beruhigungsspritze (Sedation) oder gar eine Narkose nicht nur sinnvoll sondern schlichtweg notwendig sein. Hier sollte natürlich die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben, das heißt: zur Entfernung eines Zeckenkopfes verbietet sich die Belastung durch eine Vollnarkose von selbst, zur Entfernung einer Granne aus einem entzündeten Ohr ist sie manchmal nicht zu umgehen, und eine komplizierte Wundnaht geht nicht ohne.

Noch ein Wort in eigener Sache. Natürlich lebt ein Tierarzt mit einem gewissen Berufsrisiko und er wird es anstreben, jede Behandlung prinzipiell mit sowenig wie möglich ›Zwangsmitteln‹ durchzuführen. Dennoch wird er es ihnen danken (vor allem, wenn er den Patienten noch nicht kennt), wenn Sie ihn vor Beginn einer Behandlung darauf hinweisen, falls sie sich unsicher sind, wie Ihr Tier reagieren wird. Und auch, wenn die Aussage: »Struppi hat noch nie gebissen« der vollen Wahrheit entspricht – mancher tut es eben das erste Mal auf dem Behandlungstisch, einfach aus Angst oder Schmerz heraus. Es ist also keine Schande – auch für Struppi nicht - wenn er in heiklen Situationen kurzzeitig mit einem Maulkorb versehen wird. Auch das Tragen eines solchen kann man übrigens völlig stressfrei und in Ruhe zu Hause üben, mit einer besonders leckeren Belohnung am Ende, versteht sich.

Kontakt

Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
Dr. Isabel Göpner & Dr. Silke Schroth
Kröbelstraße 11
04317 Leipzig  (Stadtteil Reudnitz-Thonberg)

Telefon:0341 – 22 54 153
Fax:0341 – 22 54 156
E-Mail: kontakt@hund-katze-maus.net

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Freitag: 09.00 – 12.00 & 15.00 – 18.00 Uhr
Samstag: 09.00 – 12.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Wichtig

Alle auf dieser Website befindlichen Informationen über Symptome, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen dienen der ergänzenden Information unserer Tierbesitzer. Sie sollen keinesfalls eine Anleitung zur Eigendiagnose und -behandlung darstellen und ersetzen NICHT die fachkundige Untersuchung und Behandlung, also den Besuch beim Tierarzt.