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Allgemeines

Naturheilverfahren, Alternative Tiermedizin, Ganzheitliche Tiermedizin, Komplementärmedizin, Regulationsmedizin oder Biologische Tiermedizin… das Begriffswirrwarr ist leider gewaltig, man könnte sich schon an dieser Analyse ewig aufhalten, doch soll an dieser Stelle nur Grundlegendes angesprochen werden.

Der Begriff Naturheilverfahren ist ungenau (homöopathische Präparate kommen in der Natur nicht vor, ebenso wenig wie z.B. Lasergeräte),  aber da er in unseren Breiten wohl der gebräuchlichste Überbegriff ist, soll er auch hier verwendet werden.  

In der Tiermedizin zählen dazu in der Hauptsache folgende Verfahren: Homöopathie, Homotoxikologie, Akupunktur/Ohrakupunktur, Phytotherapie (Therapie mit Heilpflanzen), Neuraltherapie, Organ- und Organextrakttherapie, zytoplasmatische Therapie, aber auch biophysikalische Therapieverfahren (Laser- und Magnetfeldtherapie) und Physiotherapie werden hier oft mit eingeordnet.

Die meisten dieser Verfahren sehen sich im Dienste einer Ganzheitlichen Medizin, eine Medizin, die berücksichtigt, dass ein Patient nicht nur aus den Einzelteilen seiner Organe und Funktionen besteht, sondern dass eines ins andere greift, und immer auch individuelle Unterschiede (körperliche und psychische) - die Konstitution, die Krankheitsgeschichte und Lebensbedingungen eine Rolle spielen.

Nicht nur der eingebürgerte Begriff ›Schulmedizin‹ ist etwas unglücklich, sondern genauso die Bezeichnung des Gegenstücks als ›Alternativmedizin‹ denn dies beinhaltet ja die Aussage ›Entweder-Oder‹. Die Benennung Komplementärmedizin, die in vielen Ländern gebräuchlicher ist als in Deutschland, erfasst es besser, denn sie sagt aus, dass die betreffenden Therapiemethoden in vielen Fällen nicht ›alternativ‹ anstatt der Schulmedizin angewendet werden sollen, sondern sie ergänzen und begleiten.

Eine Berechtigung hat aber auch die Bezeichnung Regulationsmedizin, da die meisten genannten Verfahren es  anstreben, die Regulationsfähigkeit des Organismus zu beeinflussen. Also, vereinfacht ausgedrückt, seine Fähigkeit zur Heilung anzustoßen, wenn sich ein chronischer Zustand manifestiert hat, bzw. seine Reaktion auf äußere Einflüsse (z.B. Krankheitserreger) in die richtigen Bahnen zu lenken. Denn hier liegt zum großen Teil begründet, wie eine Krankheit verläuft, ob sie überhaupt ausbricht, oder welchen Ausgang sie letztendlich nimmt. Oft sind ja sehr viele Lebewesen den gleichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, wie z.B. dem gleichen Infektionsdruck im Falle einer Epidemie. Aber nicht mit allen passiert dann das Gleiche – sondern eines wird vielleicht gar nicht krank, ein anderes erfährt eine schnelle Genesung, eines behält chronische Beschwerden zurück und noch ein anderes stirbt. Man muß also annehmen, dass diese Unterschiede nicht nur im Auslöser, sondern mindestens genau so sehr in den Individuen selbst, die unterschiedlich drauf reagieren (unterschiedlich regulieren), begründet sind.

Natürlich gibt es viele Fälle, in denen diese Unterstützung der Selbstheilungskräfte nicht ausreicht und schulmedizinische Methoden das Mittel der Wahl bleiben. Ein kranker Körper kann die Fähigkeit, sich selbst zu helfen, schlichtweg verloren haben, das Immunsystem kann einem bestimmten Krankheitserreger nicht gewachsen sein, und ein Antibiotikum muss ihn unterstützen. Ein Knochenbruch braucht chirurgische Einrichtung, ein Flüssigkeitsverlust muss mit Infusionen und Diabetes mit Insulin behandelt werden, und die Parasiten sollen verschwinden und nicht in ›friedlicher Koexistenz‹ mit dem Patienten leben... Die Liste dieser Beispiele ließe sich fortsetzen und die Entscheidung zu treffen, womit dem Patienten am besten zu helfen ist, liegt beim verantwortungsvollen Arzt. Und nicht zuletzt steht ganz am Anfang die Untersuchung und Diagnosestellung nach allen Regeln der (schul)medizinischen Kunst, nur so wird überhaupt erst eine Abwägung und Auswahl aus den zur Verfügung stehenden Therapiemethoden möglich (Möglichkeiten und Grenzen!). Auch für die Anwendung der Naturheilverfahren selbst ist ein fundiertes medizinisches Wissen die beste Basis. 

Aus diesen Gründen ist es also zu begrüßen, dass zunehmend nicht nur (Tier)Heilpraktiker auf diesem Gebiet arbeiten, sondern auch (Tier)Ärzte. Besonders zu begrüßen ist aber vor allem die Tatsache, dass diese, oft in jahrhundertealter Tradition stehenden Verfahren nun langsam und auch von modernen Erkenntnissen unterstützt, wieder aus dem Schattendasein heraustreten, das sie einige Zeit geführt haben. Sie sind glücklicherweise auch dabei, den Ruch der ›Scharlatanerie‹ und ›Kräuterhexenmedizin‹ zu verlieren, den ihnen unser ›wissenschaftlich aufgeklärtes Zeitalter‹ angehängt hat.

Denn trotz der oft verbleibenden skeptischen Frage: »Wie wirkt das denn nun?« gibt es für viele naturheilkundliche Methoden mittlerweile plausible Erklärungsansätze (z.B. das Regelkreisprinzip). Auch sollte man nicht vergessen, dass man noch vor hundert, zweihundert Jahren ebenso wenig erklären konnte, wieso und wie bestimmte Stoffe wirken, Dinge, die heute zum Allgemeinwissen jedes Mediziners gehören. Dass man vieles heute noch nicht erklären kann und dass wiederum anderes der ›gesicherte Stand des gegenwärtigen Wissens‹ ist, bedeutet ja sicher nicht, dass wir auf diesem Erkenntnisstande stehen bleiben werden. Zum Beispiel scheint die u.a. auch in der Kybernetik verwendete ›Informationstheorie‹ z.B. für die Erklärung der Homöopathie gute Ansätze zu liefern, wenn auch das letzte Detail noch nicht geklärt ist...

Daß auch der ergänzend naturheilkundlich arbeitende Tierarzt kein ›Wunderheiler‹ ist, muß nicht extra betont werden, oder vielleicht doch, denn gelegentlich sieht er sich auch dieser unrealistischen Erwartungshaltung gegenüber.

Der Erwerb der entsprechenden Zusatzbezeichnungen unterliegt in Sachsen der Weiterbildungsordnung der Sächsischen Landestierärztekammer.

 

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Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
Dr. Isabel Göpner & Dr. Silke Schroth
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Alle auf dieser Website befindlichen Informationen über Symptome, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen dienen der ergänzenden Information unserer Tierbesitzer. Sie sollen keinesfalls eine Anleitung zur Eigendiagnose und -behandlung darstellen und ersetzen NICHT die fachkundige Untersuchung und Behandlung, also den Besuch beim Tierarzt.